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Zeit am See Sailing Team
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Regattabericht ·

Feuertaufe auf der Adria: Unsere Rookies segeln aufs Podium

Eine neu formierte Zehn-Personen-Crew, vier davon zum ersten Mal auf einem Hochseeboot — und am Ende der Vize-Staatsmeistertitel im One-Design-Feld vor Kaštela.

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Die Crew am Ausreiten über der Bordwand, Gischt am Rumpf, vor der kroatischen Küste© Gert Schmidleitner

Wenn die Lernkurve so steil ist wie die Wellen

Marina Kaštela bot bei der Österreichischen Hochsee-Staatsmeisterschaft 2025 die Kulisse für eine echte Bewährungsprobe. Zehn Köpfe an Bord, jede Menge Respekt vor den enormen Kräften und eine klare Mission: zusammenwachsen, bevor der erste Startschuss fällt. Ein Hochseeschiff verzeiht keine Abstimmungsfehler. Wer holt dicht? Wer übernimmt den Gennakertrimm? Wo sitzt jeder Handgriff bei einer schnellen Halse unter Druck?

Für vier von uns war der Sprung auf ein ausgewachsenes Hochseeboot echtes Neuland. Was man auf Binnenseen im Jollensegeln oder auf einer Libera in der Theorie kennt, fühlt sich auf dem offenen Meer bei 25 Knoten Wind und brechender Welle schlagartig ganz anders an. Statt Scheu vor den Dimensionen brachten unsere Rookies mit, worauf es ankommt: Sie blieben an der Kante, und sie blieben konzentriert.

Zwischen Geduldsspiel und 25-Knoten-Druck

Die Adria schenkte uns über die gesamte Regattawoche hinweg das volle Kontrastprogramm: acht Wettfahrten, die vom zähen Nervenkitzel im Leichtwindtrimm bei spiegelglattem Wasser bis hin zum nassen Ritt bei ruppigen 25 Knoten reichten. Genau diese Extreme schweißen zusammen.

Unter der gewohnt ruhigen und präzisen Führung unseres Steuermanns Tobias Böckl fanden wir auf der Salona 46, gemeldet als AUT 20 „Eirene“, Lauf für Lauf besser in unsere Abläufe. Das absolute Highlight der Woche: eine Wettfahrt, in der von der Startkreuz über die perfekte Tonnenrundung bis zum Zielsprint einfach alles aufging. Wir passierten die Ziellinie als Erste — ein Gänsehaut-Moment, der zeigte, welches Potenzial in dieser Truppe steckt.

Zwei baugleiche Yachten dicht nebeneinander auf der Bahn, an den Bugnummern 20 und 24 erkennbar© Gert Schmidleitner

Silber mit Gold-Charakter

Nachdem wir im Vorjahr noch ganz oben standen, mag mancher auf dem Papier bei Silber von einem Schritt zurück sprechen. Doch wer unsere Crewliste kennt, weiß: Dieser zweite Gesamtrang im Achterfeld der One-Design-Klasse fühlt sich wie ein echter Triumph an. Wir haben bewiesen, dass man mit Vertrauen, sauberer Kommunikation und Leidenschaft auch mit vier Premieren-Seglern ganz vorne mitmischen kann.

Eines steht fest: Wenn wir im Oktober 2026 vor Punat wieder an die Startlinie gehen, sind unsere Rookies längst keine Neulinge mehr, sondern eine eingespielte Einheit mit Adria-Erfahrung. Unser Dank gilt dem UYCAs für den Rückhalt — vor allem aber der gesamten Mannschaft, für den unermüdlichen Schweiß, das Lachen an Bord und diesen Teamgeist.

Ein Bericht zu dieser Regatta ist beim UYCAs erschienen, geschrieben von Daniel Hoschek.

Die Einheitsflotte am Steg in Kaštela in der Morgendämmerung, die Masten spiegeln sich im Wasser
Vier baugleiche Yachten kurz nach dem Start in einer Linie, dahinter die Küstenberge© Gert Schmidleitner
Drei Silbermedaillen mit dem Bundesadler neben dem Glaspokal für Platz 2, davor die Tischkarte der Eirene