Zum Inhalt springen
Zeit am See Sailing Team
EN

Regattabericht ·

Wenn zwei Meilen über 24 Stunden entscheiden

Zwei eigene Boote auf dem Podest der 24 Stunden, beide Crews unter den ersten zwölf von 181 – und zum Sieg fehlten zwei Meilen.

Bilder zum Beitrag

Die Liberté hart am Wind, die Crew an der Kante, am Rumpf der Schriftzug Zeit am See.at© Irene Schanda

Ein Rekordfeld zum Auftakt

Die Long Distance Challenge begann mit der 35. Auflage des Attersee Grand Prix und einem neuen Teilnehmerrekord: 109 Boote und 361 Seglerinnen und Segler, sechs Boote mehr als im Jahr davor. Um zehn Uhr fiel der Startschuss vom Startturm des UYCAs. Bei bis zu 28 Grad kam der Wind am Morgen leicht aus Osten, wurde im Lauf der Wettfahrt zum Rosenwind und ließ am Nachmittag nach.

Nur 76 der 109 Boote erreichten das Ziel innerhalb des Zeitlimits um 17 Uhr; für die übrigen 33 wurde das Ergebnis aus ihrer Trackingposition hochgerechnet. Als Erster im Ziel und auch nach berechneter Zeit vorn lag Thomas Tschepen mit einer Libera A, vor dem 18-Fuß-Skiff der Familie Zieher und dem Tornado der Brüder Eitzinger. Von unseren beiden Booten kam die gelbe Mr. Cello Due als Fünfte nach gesegelter Zeit ins Ziel, die Liberté als Siebte.

Zwölf Stunden: ein Holzboot von 1905 vorn

Eine Woche später starteten 205 Seglerinnen und Segler auf 54 Booten zur 12- und 24-Stunden-Regatta. Beide Wertungen sind dieselbe Fahrt: Um acht Uhr früh starten alle gemeinsam, nach zwölf Stunden hören die einen auf, die anderen segeln bis zum nächsten Morgen weiter. Eine Stunde nach dem Start kam ein unerwarteter Regenguss, am Nachmittag drehende, böige Winde. Nach gesegelten Meilen gewannen die Brüder Eitzinger mit dem Tornado und fast 60 Meilen die zwölf Stunden, nach berechneten Meilen Thomas Stelzl mit seiner Crew auf der „Panther“, einem 120 Jahre alten Holzboot.

Vier Crewmitglieder am Ausreiten auf dem gelben Ausleger der Mr. Cello Due© Irene Schanda

Dreikampf durch die Nacht

14 Boote segelten die vollen 24 Stunden, darunter beide Teamboote, durch eine Nacht mit langen Flautenphasen. An der Spitze lagen drei Boote Kopf an Kopf: Moritz Strauch mit einer ESSE 850, die Mr. Cello Due mit Tobias Böckl und die Liberté mit Florian Gföllner. Am Ende setzte sich Strauch ab und gewann nach gesegelten Meilen mit zwei Meilen Vorsprung, rund 3,2 Kilometern, vor Tobias Böckl, und auch nach berechneten Meilen. Nach gesegelten Meilen standen damit beide Teamboote auf dem Podest: die Mr. Cello Due als Zweite, die Liberté als Dritte. Strauch segelte mit Elena Strauch und Anna Truttenberger; das Durchschnittsalter der Crew lag knapp über 20.

Die Mr. Cello Due unter Segeln vor der Kirche von Weyregg am Attersee© Irene Schanda

Regen und ein launischer Wind

Die 97. Lange Wettfahrt am 2. August schloss die Serie ab: 116 Boote und 376 Seglerinnen und Segler, der Start wie jedes Jahr mit der historischen Kanone, der Kurs vom Club nach Burgau, weiter nach Kammer und zurück. Anders als im Vorjahr regnete es kräftig, der Wind blieb launisch, und in den Flautenlöchern des Sees standen manche Boote lange still. Thomas Tschepen gewann mit der Libera A „Clandesteam“ doppelt: als erstes Boot im Ziel, nach 3:57:50 Stunden, und nach berechneter Zeit. Unsere beste Fahrt machte wieder die Mr. Cello Due, Rang fünf nach gesegelter Zeit.

Die gelbe Mr. Cello Due unter vollen Segeln, ein Crewmitglied weit außenbords© Irene Schanda

Beide unter den ersten zwölf

In der Jahreswertung standen 181 Boote. Die Serie gewann Thomas Stelzl mit den Plätzen 19, 1 und 2, belohnt mit einem Silberbarren von einem Kilogramm; Zweiter wurde Manfred Schönleitner auf einer Brenta 30. Die Liberté mit Florian Gföllner am Steuer wurde Zehnte mit 759,5 Punkten, die Mr. Cello Due mit Tobias Böckl Zwölfte mit 684,8. In unserer Ergebnisliste ist es das erste Jahr mit zwei Teambooten in der Wertung, und beide kamen unter die ersten zwölf.

Die Zahlen dieses Berichts stammen aus drei Berichten des UYCAs und aus der Endwertung der Serie.

Beide Teamboote in einer Aufnahme, die Mr. Cello Due gelb hinter einer weißen Yacht© Irene Schanda